Typische Fehler bei der Gartengestaltung vermeiden
Ratgeber

Die 10 teuersten Gartenfehler – und wie Sie sie vermeiden

Diese Fehler sehen wir immer wieder – und sie kosten Tausende von Franken. Lernen Sie aus den Fehlern anderer.

Ein Garten ist eine Investition – und wie bei jeder Investition gibt es Fallstricke. Laut einer Umfrage von Jardin Suisse, dem Unternehmerverband Gärtner Schweiz, erfordern rund 30 % aller Gartenprojekte in der Schweiz innerhalb der ersten fünf Jahre kostspielige Nachbesserungen – meist aufgrund vermeidbarer Planungsfehler. In über 10 Jahren Gartenbau in Zürich haben wir viele dieser Fehler gesehen. Hier sind die teuersten.

1. Die Terrasse am falschen Ort

Der Fehler: Die Terrasse wird dort gebaut, wo sie architektonisch «passt» – nicht dort, wo man tatsächlich gerne sitzt. Resultat: Die Familie sitzt im Schatten, während die Sonne auf ungenutzte Platten brennt.

Was es kostet: Eine Terrasse zu versetzen kostet CHF 8'000–15'000 – fast so viel wie eine Neuanlage.

Die Lösung: Vor dem Bau einen Sommer lang beobachten: Wo ist es wann sonnig? Wo sitzt man spontan? Wo ist Windschutz?

2. Entwässerung vergessen

Der Fehler: Neue Hartflächen werden ohne Gefälle oder Drainage verlegt. Nach dem ersten Starkregen steht das Wasser vor der Terrassentür.

Was es kostet: Nachträgliche Drainage: CHF 3'000–8'000. Wasserschäden am Haus: unbezifferbar.

Die Lösung: Gemäss der SIA-Norm 318 (Schweizerischer Ingenieur- und Architektenverein) braucht jede befestigte Fläche mindestens 2 % Gefälle vom Haus weg. Bei Lehmboden: Drainagekies unter den Platten, Entwässerungsrinnen wo nötig.

3. Pflanzen am falschen Standort

Der Fehler: Sonnenhungrige Pflanzen im Schatten, Waldpflanzen in der prallen Sonne. Rhododendren auf kalkhaltigem Boden. Das Ergebnis: kümmerliches Wachstum, Krankheiten, Totalausfall.

Was es kostet: Ersatz der Bepflanzung: CHF 50–150/m². Dazu Wartezeit von Jahren.

Die Lösung: Standortbedingungen analysieren (Licht, Boden, Feuchtigkeit). Im Zweifelsfall einen Pflanzplan erstellen lassen.

4. Billigste Materialien wählen

Der Fehler: Beim Sitzplatz wird gespart – dünne Platten, minderwertiger Unterbau. Nach 3 Jahren: Absenkungen, Frostschäden, Unkraut in den Fugen.

Was es kostet: Sanierung eines schlecht gebauten Sitzplatzes: oft teurer als eine Neuanlage.

Die Lösung: Bei tragenden Strukturen nicht sparen. Ein ordentlicher Unterbau (25 cm Kies, verdichtet) kostet etwas mehr, hält aber Jahrzehnte.

5. Wachstum der Pflanzen unterschätzt

Der Fehler: Die süsse kleine Trauerweide aus dem Gartencenter ist in 10 Jahren ein Riese, der das halbe Grundstück verschattet und die Kanalisation verstopft.

Was es kostet: Baumfällung mit Wurzelstock: CHF 2'000–5'000. Kanalreparatur: vierstellig.

Die Lösung: Endgrösse recherchieren. Abstand zu Gebäuden und Leitungen beachten. Bei Gehölzen gilt: Lieber kleiner anfangen.

6. Keine Berücksichtigung des Unterhalts

Der Fehler: Der Garten wird für den Eröffnungstag geplant, nicht für die nächsten 20 Jahre. Ergebnis: 200 m² Formhecke, die 4× jährlich geschnitten werden muss. Empfindliche Exoten, die intensive Pflege brauchen.

Was es kostet: Professionelle Gartenpflege: CHF 1'500–4'000/Jahr. Oder: Ihr freies Wochenende.

Die Lösung: Ehrlich fragen: Wie viel Zeit habe ich für Gartenarbeit? Im Zweifelsfall pflegeleicht planen.

7. Grenzabstände ignorieren

Der Fehler: Die Thujahecke wird auf die Grenze gepflanzt. Der Nachbar reklamiert, das Gericht gibt ihm recht.

Was es kostet: Entfernung und Ersatz: CHF 2'000–5'000. Plus Anwalts- und Gerichtskosten. Plus Nachbarschaftsfrieden.

Die Lösung: Grenzabstände kennen. Gemäss den revidierten §§ 169–171 des Einführungsgesetzes zum Schweizerischen Zivilgesetzbuch (EG ZGB) des Kantons Zürich (in Kraft seit 1. Dezember 2024) gelten je nach Pflanzenhöhe und -art Abstände von 0,6 bis 8 Metern. Im Zweifelsfall mit dem Nachbarn sprechen und schriftlich festhalten.

8. Mauern ohne Fundament

Der Fehler: Eine Natursteinmauer wird auf den gewachsenen Boden gesetzt. Nach dem ersten Winter: Risse, Absenkungen, Einsturzgefahr.

Was es kostet: Abbruch und Neubau einer 60cm hohen Mauer (10 lfm): CHF 8'000–12'000.

Die Lösung: Nach den Richtlinien der SIA-Norm 261 (Einwirkungen auf Tragwerke) braucht jede Mauer ein frostfreies Fundament. In Zürich, das zur Frosttiefenzone mit rund 60 bis 80 cm gehört, bedeutet das: mindestens 60 cm tief fundamentieren. Keine Ausnahmen.

9. Bewässerung nicht eingeplant

Der Fehler: Der neue Garten ist fertig – aber bei Trockenheit muss alles von Hand gewässert werden. Wer im Urlaub ist, hat Pech.

Was es kostet: Nachträgliche Verlegung einer Bewässerungsanlage: 30–50% teurer als bei Neuanlage. Plus: vertrocknete Pflanzen ersetzen.

Die Lösung: Bewässerungsleitungen vor dem Verlegen der Hartflächen einplanen. Auch wenn die Anlage erst später kommt – die Leerrohre kosten wenig.

10. Alles auf einmal und unter Zeitdruck

Der Fehler: Der Garten muss bis zum Sommerfest fertig sein. Es wird unter Zeitdruck entschieden, bei schlechtem Wetter gebaut, Kompromisse gemacht.

Was es kostet: Überstürzte Entscheidungen bereut man am längsten. Nachbesserungen summieren sich.

Die Lösung: Gute Planung braucht Zeit. Ein Garten darf in Etappen wachsen. Lieber im Herbst mit der Terrasse fertig sein als im Sommer mit Chaos.

Kurzfazit

Die teuersten Gartenfehler entstehen meist durch mangelnde Planung oder falsches Sparen am Anfang. Nach Angaben von Jardin Suisse belaufen sich die Kosten für Nachbesserungen im Gartenbau schweizweit auf geschätzte CHF 200 Millionen pro Jahr – Geld, das durch sorgfältige Planung grösstenteils eingespart werden könnte. Investieren Sie Zeit in die Vorbereitung, arbeiten Sie mit Profis, die Ihnen ehrlich sagen, was geht – und was nicht. Ein gut geplanter Garten kostet weniger als einer, der nachträglich repariert werden muss.

Fehler vermeiden – von Anfang an richtig

Wir beraten Sie ehrlich zu Ihrem Gartenprojekt. Damit Sie nicht in die üblichen Fallen tappen und von Anfang an Freude an Ihrem Garten haben.

Häufig gestellte Fragen

Wie finde ich einen seriösen Gartenbauer?
Achten Sie auf: Referenzen in der Region, detaillierte Offerten (nicht nur Pauschalen), Erreichbarkeit und klare Kommunikation. Ein Besuch vor Ort vor der Offerte ist Standard. Misstrauen Sie Angeboten, die deutlich unter dem Marktpreis liegen.
Lohnt sich eine professionelle Gartenplanung?
Ja, besonders bei Projekten ab CHF 15'000. Eine gute Planung kostet 5–10% der Investition, verhindert aber Fehler, die ein Mehrfaches kosten können. Bei überschaubaren Projekten reicht oft eine Beratung vor Ort.
Kann ich Planungsfehler später korrigieren?
Manchmal, aber es wird teuer. Eine falsch platzierte Terrasse umzubauen kostet fast so viel wie eine Neuanlage. Pflanzen am falschen Standort lassen sich versetzen, verlieren aber oft Jahre an Wachstum.
Was ist der häufigste Fehler bei Eigenleistung?
Unterschätzte Bodenvorbereitung. Viele legen Rasen oder Platten auf verdichteten, schlecht vorbereiteten Boden. Das Ergebnis: unebene Flächen, stehendes Wasser, kranker Rasen. Die Nachbesserung kostet mehr als die professionelle Ausführung.

Weiterführende Informationen

Quellen

  1. HEV Region Winterthur – Nachbarliches Abstandsrecht im Pflanzenbereich – Grenzabstände 0,6 bis 8 Meter gemäss §§ 169–171 EG ZGB Kt. ZH